Der CB-Funk; Nostalgiefunk für Rentneranwärter?

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Vagabund
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Der CB-Funk; Nostalgiefunk für Rentneranwärter?

Beitrag von Vagabund » 5. August 2018, 06:37

Jene von uns, die wir 1980 um die zwanzig Jahre alt waren, gehen nun auf die Sechzig zu. Da sind Altersteilzeit oder Vorruhestand, vielleicht auch die Rente schon Thema. Eine ganz eigene Zeit. Vielleicht auch eine Zeit, um sich mit unserem Hobby wieder etwas intensiver zu beschäftigen.

Das Nachschauen auf dem Dachboden oder im Keller nach der Funke von damals gestaltet sich sehr spannend. Sind Antenne, Kabel und Stehwellenmessgerät noch vorhanden?! Waren die Mäuse am Kabel?! Sandpapier und Kontaktspray zum Entrosten und dem Herstellen einer Leitfähigkeit an den Antennensteckern gehören da mit zur Ausstattung älterer Herren. ;)

Und da ist sie dann, die Funke von 1978. 12 Kanäle. Von Kanal 4 bis Kanal 15. AM-Modulation. Kein Umschalter für FM zu finden. Hmm, ob das heute noch ausreicht?! Einigen von uns wird das genügen. Wenn da noch ein zweiter Funker ist im Dorf, mit dem man sich dann abstimmen kann... ;)

Angesagt sind inzwischen wohl mindestens 40 Kanäle in FM-Modulation. Erlaubt sind inzwischen auch stolze 4 Watt in Deutschland. Damals wäre der Gilb uns ans Auto oder in die Bude gekommen, wenn wir diese Menge an Sendeenergie in Amplitudenmodulation zur Antenne hinausgejagd hätten.

Wenn uns 15 Kanäle mit einer Sendeleistung von einem halben Watt nicht reichen, dann schauen wir nun ins Internet nach aktuellen Funkgeräten. In unserer Stadt gibt es keinen Funkladen mehr, in dem wir stundenlang klönen können, ob wir nun was kaufen oder nicht (in Gifhorn gab es mal "Jasper & Tiemer).

Die ganz aktuellen Mobilfunken sind mal gerade etwas größer als eine Zigarettenschachtel. Sicherlich geht es auch noch kleiner, aber irgendwo muss ja noch Platz sein für die Schalter und für die Antennenbuchse. Da schauen wir doch vielleicht erst einmal nach was Gebrauchtem. Das Stöbern in den ebay-Kleinanzeigen lässt uns rasch fündig werden. Oftmals werden wohl die Erben unserer Altersgenossen den Nachlass unserer inzwischen verstorbenen Funkerfreunde darin verhökern...

Und wenn die Funkstation aus Gebrauchtgeräten dann steht, dann geht es an das Stöbern in den Kanälen. Damals gab es nur einen Anrufkanal. Den Kanal 9, der auch damals schon Notrufkanal war. Der war dann auch wirklich nur zum Anrufen, da gab es auch noch Funkdiziplin. Wer damals darauf permanent einen Träger hätte stehen lassen oder wer meinte, dass alle anderen seine Musik hören müssten, dem hätte man damals rasch die Antenne in die Nachttischschublade gefaltet.

Wir schauen also in die aktuellen Auflistungen der Kanäle. https://de.wikipedia.org/wiki/CB-Funk#CB-Kan%C3%A4le
Aha, der Kanal 1 ist jetzt Anrufkanal. Hmm, ganz schön viel Rauschen. So viel Matsch gab es damals nicht. Mit 9 plus 30 kommt ein ausländischer Funker rein. Uff, ich bin ein wenig verwirrt. Ob der mich wohl hört wenn ich ihm antworte mit meinen vier Watt?! :?

Das wird spannend. Es sei denn, ich nutze die Zeit meines Ruhestandes auch für das Ablegen der Amateurfunkprüfung. Heutzutage muß man als Amateurfunker das Funkgerät nicht mehr selber bauen. Dann kann ich wahrscheinlich auch mit meiner "Oma" und 200 Watt in die Welt hinausfunken....
Oder ich begnüge mich mit meinem Nachbarn im Dorf. Wenn ich dessen Station, die 200 Meter weit weg ist, mit meiner 500 Milliwatt-Funke über den Matsch hinaus erreichen kann. Schauen wir mal....
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Re: Der CB-Funk; Nostalgiefunk für Rentneranwärter?

Beitrag von Windhund » 13. September 2018, 20:51

Funken ? Gibt es das noch, braucht man das noch ?

Spätestens wenn das Handy nicht mehr funktioniert, sind wir mir einsatzbereiter Batterie, oder auch aus dem KFZ heraus, längere Zeit in der Lage Nachrichten drahtlos zu übermitteln.

Unsere Stromnetze sind sehr komplex. Regelmäßig fällt irgendwo in Deutschland längere Zeit der Strom aus:

2014 in Wolfsburg https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... sburg.html
2018 in Lübeck http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck ... en-Schaden

Dann wenn die Handys oder Telefone nicht mehr gehen, reden wir einfach weiter. Wenn wir die Augen offen halten, können wir z.B. Feuerwehr oder Notarzt rufen (lassen).


Also weiter funken, man lernt nie aus :!:
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Re: Der CB-Funk; Nostalgiefunk für Rentneranwärter?

Beitrag von Windhund » 5. Oktober 2018, 23:38

Vagabund hat geschrieben:
5. August 2018, 06:37
Jene von uns, die wir 1980 um die zwanzig Jahre alt waren, gehen nun auf die Sechzig zu. Da sind Altersteilzeit oder Vorruhestand, vielleicht auch die Rente schon Thema. Eine ganz eigene Zeit. Vielleicht auch eine Zeit, um sich mit unserem Hobby wieder etwas intensiver zu beschäftigen.

Das Nachschauen auf dem Dachboden oder im Keller nach der Funke von damals gestaltet sich sehr spannend. Sind Antenne, Kabel und Stehwellenmessgerät noch vorhanden?! Waren die Mäuse am Kabel?! Sandpapier und Kontaktspray zum Entrosten und dem Herstellen einer Leitfähigkeit an den Antennensteckern gehören da mit zur Ausstattung älterer Herren. ;)

Und da ist sie dann, die Funke von 1978. 15 Kanäle. Von Kanal 4 bis Kanal 19. AM-Modulation. Kein Umschalter für FM zu finden. Hmm, ob das heute noch ausreicht?! Einigen von uns wird das genügen. Wenn da noch ein zweiter Funker ist im Dorf, mit dem man sich dann abstimmen kann... ;)

Ach und wo wir bei Neuerungen angekommen sind.

- 2011 wurde SSB mit 12 Watt auf den Kanälen 1-40 erlaubt. Ebenso sind jetzt Richtantennen erlaubt, aber nur horizontal.

- Stationäre Anlagen mit über 10 Watt EIRP müssen von der Bundesnetzagentur mit einer Standortbescheinigung geprüft und genehmigt werden. Eine Antenne mit Gewinn strahlt in Hauptabstrahlrichtung möglicherweise mehr Leistung EIRP ab als zulässig. 4 Watt mit einer gewinnreichen Antenne röche also theoretisch nach einer kostenpflichtiger Standortbescheinigung (wenn es diesen Konjunktiv gibt).



- Und Brenner sind jetzt erlaubt, aber nur bis 1000Watt maximal und wenn man die Nachbarn nicht stört :shock:
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