Was ist das eigentlich, dieser Amateurfunk ?

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Windhund
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Was ist das eigentlich, dieser Amateurfunk ?

Beitrag von Windhund » 24. September 2018, 23:47

Der Amateurfunk ist etwas das so wichtig ist, dass dafür 1949 extra ein Eigenes Gesetz geschaffen wurde.


Funken wie wir es hier in der Gegend verstehen ist:

Wir sind Individuen die einem gemeinsamen Hobby folgen -> der drahtlosen Kommunikation. Ob Verein oder nicht, haben wir alle das gleiche Hobby. Wir nennen das in unserer Region "afu38". Niemandem wird eine Vereinsmitgliedschaft aufgedrängt. Wer mitmacht, lernt dazu.


Und wozu brauche ich nun diesen Amateurfunk, wenn ich auch ohne quatschen kann ?


Hier die Antwort auf diese große Frage...

Entweder lautet sie 42 oder:

Funkamateur kann werden, wer gerne funkt.
Der gewöhnliche Funkamateur kann verschiedene Bänder benutzen, "Frequenzbereiche".

Jedes dieser Bänder hat unterschiedliche Eigenschaften, zum Beispiel auf welche Weise sich die Wellen ausbreiten.

Die Eigenschaften, die notwenige Technik und das Drumherum - gilt es zu beherrschen. Und genau dafür muss man erfolgreich eine Prüfung bei der Behörde ablegen, welche das Hoheitsrecht des Bundes verwaltet. Die Prüfung muss man einmal bestehen und danach nie wieder. Wie beim Autofahren muss man einmal alles gewusst haben, oder zumindest annähernd.

Was sind denn jetzt die Vorteile dieser Bänder:

CB - Funk :
Jedermann darf dort tun und lassen, was er will. Pupen, Rülpsen, Träger drücken, sprechen usw. Reguliert wird nur, wenn verfassungswidrige Inhalte übermittelt werden.
Nachteil: Müll und Störungen durch technische Geräte, kaum Gegner auf den Kanälen.

80m - Band :
Sprechen mit Leuten im Umkreis von 0 Km bis ca 2000 Km. Bei den typischen Abendrunden trifft man problemlos Leute aus ganz Deutschland. Aber auch Urlauber aus Süd-Frankreich oder Finnland. Wenn wir auf CB innerhalb der Stadt ein QSO mit 9+30 führen, geht das auf 80m genauso mit ganz Deutschland.
Nachteil: Tagsüber absorbiert die Ionosphäre die Ausbreitung. Eine Verbindung nach Braunschweig geht normalerweise nicht den direkten Weg, sondern wird in der Atmosphäre reflektiert und geht dann u.a. in Braunschweig wieder senkrecht runter. Wenn das absorbiert wird, kommt in Braunschweig nichts mehr an. Weiterer Nachteil, sehr lange Antenne nötig - Mobilbetrieb nicht sinnvoll

40m - Band :
Sprechen mit Leuten im nahen Umkreis, nach der toten Zone ab so ca 400Km dann mehrere Tausend KM.
Nachteil: Überwiegend DX-Band, wird selten für innerdeutschen Funkverkehr benutzt. Auch hier Tagesdämpfung möglich wie bei 80m

20m - Band :
Sprechen mit Leuten im nahen Umkreis vergleichbar CB-Funk, und dann ab 400-2000Km tote Zone, weltweiter Funkverkehr möglich. Stark abhängig von den Ausbreitungsbedingungen.
Nachteil: Funktioniert oft nur tagsüber, weil nachts die Atmosphäre nicht ionisiert wird und die Wellen sich nicht ausbreiten können.

10- Band :
Ist wie 11m (CB-Funk), wenn DX geht, dann ca 1000Km tote Zone und danach teils extrem starke Signale beim Funkgegner.
Nachteil: Stationen der toten Zone sind nie erreichbar.


Das waren jetzt Beispiele von Bändern bei 3,5 bis 30MHz.

Die Amateurfunkbänder sind übrigens weitgehend geschützt und es gibt dort kaum Industrieelle Störungen z.B. durch Steckdosen-Internet PLC.


Es gibt dann noch das 2m- und 70cm Band
Diese Bänder zeichnen sich durch blitzsaubere Kanäle aus. DX passiert hier nicht mehr unbedingt in der oberen Atmosphäre, sondern an Temperaturunterschieden in verschiedenen Luft- oder Gewitterschichten.

Noch höhere Frequenzen z.B. 23cm werden an Wolken oder gern auch Flugzeugen reflektiert und man kommt so kurzzeitig sehr weit.

Noch viel höhere Frequenzen sind so empfindlich, dass die Wellen durch Luftfeuchtigkeit nicht mehr durchkommen. Da geht man auf hohe Berge, wo es kalt ist und die relative Luftfeuchtigkeit gering ist.


Funkamateure sind Frequenznutzer. Frequenznutzer, die überall im elektromagnetischen Spektrum ihre Spielwiesen haben. Niemand auf der Welt darf auf mehr unterschiedliche Frequenzbereiche zugreifen, als Funkamateure; weltweit, abgesehen von Nord-Korea.

Was man mit diesen Möglichkeiten anfängt, bleibt jedem Selbst überlassen. Aber normalerweise findet jeder seine Spielwiese.


So Leute, für DIESE fast unbegrenzten Möglichkeiten muss man sich prüfen lassen - Und nicht etwa, um einem den Zugang zu erschweren.

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